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"Da müssen wir verdammt nochmal besser und klarer werden!"

Marco Rose spricht offen eine Schwachstelle im Spiel seiner Jungs an und fordert in dem Bereich eine klare Verbesserung.

Es sind die vielen Gegentore, die derzeit die größte Kritik im Spiel von Borussia Dortmund ausmachen. Sie waren in vielen Fällen das Ergebnis aus Abspielfehlern im Spielaufbau aus der eigenen Spielhälfte, die dann die Gegner zu schnellem Umschalten einluden. Und genau das darf gegen Leverkusen, die über lauffreudige Offensivspieler verfügen und im letzten Spiel gegen den FC Augsburg 5 Tore erzielten, nicht passieren. "Wir müssen gut, fleißig und intensiv verteidigen", erklärte Marco Rose. "Wir müssen darauf achten, dass das kein zu großer Schlagabtausch wird, indem die Räume zu groß werden und sie ihr Tempo dann auch ausnutzen. Vor ein paar Wochen haben sie gegen Leipzig komplett auf Umschalten gespielt, indem sie den Leipzigern den Ball überließen, die einzelnen Räume gut gefunden und den Leipzigern große Probleme bereitet haben. Man muss relativ schnell schauen, was ihr Plan an dem Tag ist. Wir müssen gegen den Ball richtig gut und mit dem Ball sauber sein! Wir dürfen keine einfachen Bälle in falschen Räumen verlieren. Im Hinspiel haben wir 2 Tore nach Ballverlusten in der eigenen Hälfte kassiert als Leverkusen blitzschnell umgeschaltet hat."
Nach dem recht schmeichelhaften Sieg gegen die TSG 1899 Hoffenheim hatte man nun 2 Wochen Zeit, sich auf das wichtige Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen vorzubereiten. Und man nutzte die Zeit um einige Schwachstellen im Spiel des BVB zu verbessern. Ein großes Thema war unter anderem das Spiel 1 gegen 1: "Wir haben viel am Thema Zweikampf gearbeitet. Mann muss die Zweikämpfe suchen, in die Zweikämpfe reingehen und die gewinnbringend führen. Das ist schon auch ein Thema gewesen, das wir in dieser Saison noch fast gar nicht auf dem Trainingsplan hatten, weil es sehr intensiv ist und wir auch nicht immer die Zeit dafür hatten. Aber man hat in den Spielen gemerkt, dass das ein Punkt ist, an dem wir arbeiten müssen. (...) Es war einfach mal gut, 14 Tage zu haben um viele Themen anzutrainieren."
Die vielen Gegentore aus der jüngsten Vergangenheit habe man natürlich "nicht mit Absicht" kassiert. "Aber es ändern zu wollen, wäre noch viel wichtiger und richtiger", sagte Marco Rose und setzte dabei ein klares Statement: "Das bedeutet, dass das in unseren Kopf muss, verdammt nochmal, härter, konsequenter und - wenn nötig - mit noch mehr Aufwand unser eigenes Tor zu verteidigen. Und wenn man dann sieht, wie wir relativ häufig aufgestellt sind und was wir für Spielertypen haben, dann ist das oft sehr offensiv. Und man sieht auch, dass da relativ häufig Spilertypen dabei sind, deren Königsdisziplin nicht unbedingt die Zweikämpfe sind. Und deswegen haben wir in den letzten 14 Tagen dieses Thema auf den Plan gerufen. Selbst wenn es nicht Deine Königsdisziplin ist, gehört es mit zum Fußballspiel. Und das müssen wir als Mannschaft und jeder einzelne für sich verstehen, um große und ambitionierte Ziele zu erreichen. Da gehören diese Dinge mit dazu und da müssen wir verdammt nochmal besser und klarer werden!"   



 

"Wir haben keine Argumente"

Nach der bitteren Niederlage gegen den FC St. Pauli im DFB-Pokal gilt es nun, sich auf den nächsten Gegner in der Fußballbundesliga vorzubereiten.

Das Ausscheiden aus dem DFB-Pokalwettbewerb am Dienstagabend war natürlich für alle bitterentäuschend - sowohl für die Fans als auch für die Verantwortlichen von Borussia Dortmund. Denn gerade nach dem deutlichen 5:1 Heimsieg gegen den SC Freiburg in der Liga schien man endlich wieder zurück in die Spur gefunden zu haben und mehr Konstanz und Nachhaltigkeit auf den Platz zu bringen. Doch gegen den FC St. Pauli wirkte man weitestgehend zu harmlos und ideenlos in der Offensive und viel zu anfällig in der Defensive. Und natürlich steht die Frage nach dem warum im Raum. Warum tat man sich gegen den FC St. Pauli so schwer? Dafür eine plausible Erklärung zu finden fällt auch Marco Rose nicht leicht. Für ihn ist der Grad zwischen Sieg und Niederlage für gewöhnlich sehr schmal: "In Frankfurt haben wir 3:2 gewonnen und dann sagten alle: Wow, was für ein Push! Ich glaube, dass wir auch in Hamburg 2 bis 3 Situationen hatten, bei denen wir auf der Grundlinie waren und sich dann ein Spieler von St. Pauli sich in den Querpass reingeschmissen hat. Hätten wir dann das 2:2 gemacht, es dann in der Verlängerung gegangen wäre und wir das 3:2 gewonnen hätten, dann hätten allle gesagt: Wow, was für ein Weg! Der Grad ist immer relativ schmal. Fakt ist: wir haben keine Argumente, weil wir ausgeschieden sind."

Nichtsdestotrotz steht dem BVB mit der TSG 1899 Hoffenheim ein direkter Konkurrent aus der Liga vor der Brust, auf den es sich trotz des engen Zeitplans gut vorzubereiten gilt. "Bundesliga bedeutet im Fußball dann immer relativ schnell - auch wenn es nicht immer einfach ist - den Fokus auf die neue Aufgabe und auf Dinge, die wir besser machen wollen, zu lenken und die wir auch schon besser gemacht haben. Das war auch der Tenor gegenüber der Mannschaft", sagte Marco Rose dazu. "Es gibt Dinge, die wir besser machen wollen und die wir 4 Tage zuvor auch besser gemacht haben. In der Aufarbeitung haben wir dann auch verschiedene Dinge miteinander verglichen und aufgezeigt, mit der Forderung in allem nachhaltiger und konstanter zu werden, weil wir ja auch schon festgestellt haben, dass uns das Thema schon eine ganze Weile begleitet." 

Zumindest besteht die Hoffnung, dass Mo Dahoud, der wegen einer kleinen Verletzung im Oberschenkel gegen den FC St. Pauli gefehlt hat, gegen die TSG 1899 Hoffenheim wieder auf dem Platz stehen und dem BVB wieder zu mehr Konstanz verhelfen könnte.



Sieg mit Wehrmutstropfen

Endlich konnte der BVB mal mit einem deutlichen Heimerfolg ein Ausrufezeichen - möglicherweise auch in Richtung Meisterschaft - setzen, aber BVB-Cheftrainer Marco Rose ist dennoch nicht zu 100 Prozent glücklich.

"Da ich jetzt schon die 2. Frage dazu bekomme tendiert es jetzt gerade eher in die Richtung" sagte Marco Rose bei der Pk nach dem Spiel. Es ging um die Gefühlslage des 45-jährigen Cheftrainers: überwiege derzeit die Freude über den deutlichen Sieg oder die Sorge über die Verletzungen von Thomas Meunier und Emre Can, die während des Spiels ausgewchselt werden mussten. "Ich freue mich total über den verdienten Sieg, aber mit verletzten Spielern ist es immer schwierig, weil Du natürlich immer die volle Kapelle willst", antwortete Marco Rose. "Thomas (Meunier) hat heute 2 Tore gemacht und somit wäre es natürlich blöd, wenn er jetzt ausfällt. Jetzt nimmt die Saison für ihn so langsam die Fahrt auf, in Frankfurt hatte er wieder einen Assist gehabt. Trotz einer Phase von wilden 15 Minuten in Frankfurt, in der er ein paar Bälle zuviel verloren hat, ist seine Tendenz insgesamt sehr gut und es wäre schon sehr schade, wenn er ausfällt."

In der Tat zeigte das Spiel mehrere positive Wandlungen beim BVB. Neben einem endlich mal deutlichen Sieg gegen einen Anwärter auf einen Europapokalplatz in der Bundesliga, trug der bis dato doch viel kritisierte Thomas Meunier mit seinen 2 Kopfballtoren jeweils nach Eckbällen erheblich zum Erfolg bei.

Der nächste Aspekt, über den Marco Rose sich ärgert, ist das Gegentor von Ermedin Demirovic in der 61. Minute. Wieder einmal schaffte man es nicht, hinten die Null stehen zu lassen. Die Borussen wirkten in einer kurzen Phase der 2. Halbzeit nicht mehr zu 100 Prozent konzentriert und ließen somit die ein oder andere gute Torchance der Freibuger zu, die dem Spiel bei einem weiteren Tor der Breisgauer möglicherweise eine Wendung gegeben hätte. Aber zum Glück kam es nicht dazu. "In der 2. Halbzeit hatten wir dann eine Phase, in der Freiburg dann gekommen ist, nachdem sie 2 mal gewechselt haben und somit eine andere Energie auf den Platz gebracht haben. Dort haben wir dann mit dem Gegentor unnötigerweise nochmal die Tür aufgemacht und 2 bis 3 weiteren Situationen noch etwas zugelassen, was wir besser hätten vermeiden sollen. Aber dann hatten wir mit dem 4:1 eine Phase gehabt, in der wir sehr dominant und gut waren und zum Schluss noch 2 Tore geschossen haben. Somit war es ein verdienter Sieg."  



 



"Das Thema Defensive geht immer einher mit dem Thema Offensive!"

Trotz einer grandiosen Aufholjagd in Frankfurt dominiert beim BVB derzeit ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison zu ziehen scheint.

"Ich dachte, wir haben letzte Woche in Frankfurt 3:2 gewonnen" fragte sich BVB-Cheftrainer Marco Rose bei der Pressekonferenz ganz verwundert. Denn die meisten Fragen, die ihm gestellt wurden, bezogen sich mehr auf die beiden Gegentore, die der BVB beim letzten Spiel kassiert hat als auf die grandiose Aufholjagd, die man dann mit einem wichtigen Auswärtssieg krönen konnte. Doch wie so oft im Leben überwiegen auch hier die negativen Schlagzeilen. Und Tatsache ist nun einmal, dass Borussia Dortmund für eine Spitzenmannschaft in dieser Saison sehr viele Gegentore kassiert hat, die auch sehr häufig aus individuellen Fehlern resultierten - so wie es auch zuletzt in Frankfurt der Fall war. Pressesprecher Sascha Fligge beschwichtigte dabei zwar ein wenig ("Eintracht Frankfurt hat in den 27 Spielen zuvor nur eine Heimniederlage kassiert"), aber letztlich müssen Marco Rose und seine Mannschaft sich derzeit diese Kritik gefallen lassen. "Aber wir wollen defensiv auf jeden Fall besser werden!" versprach der gebürtige Leipziger.

Ganz Fußballdeutschland sehnt sich nach fast einem ganzen Jahrzehnt einer bayerischen Alleinherrschaft an der Tabellenspitze der Fußballbundesliga nichts sehnlicher als einen echten Zwei- oder gar Dreikampf um die deutsche Meisterschaft. Aber die meisten Experten sind sich trotz der 3 Punkte, die der BVB am letzten Spieltag auf den Rekordmeister aufholen konnte, darin sicher, dass sich an dieser Situation auch in laufenden Saison nichts ändern wird. Sie sehen den FC Bayern München am Ende ganz oben. Als Begründung dafür nennen sie die mangelnde Konstanz beim BVB. Marco Rose stellt sich der Kritik, sieht aber das Kernproblem nicht explizit in der Defensive, sondern im gesamten Team: "Wenn wir zu viele Gegentore kriegen, dann kann ich nicht zufrieden sein. Das ist doch klar." sagte er. "Wir arbeiten an den Themen, die wir haben und das sind keine unlösbaren Aufgaben, die sich uns stellen. Es geht dort immer wieder um das Thema Aufmerksamkeit. Es gibt ein paar Statistiken, die grundsätzlich sagen, dass wir sehr kompakt verteidigen. Wir verteidigen vielleicht ein Stück höher als in den Jahren davor, aber wir haben keine Riesenprobleme mit Bällen hinter die Kette. Es ist so, dass wir aus Ballverlusten einfach zu viele Großchancen zulassen. Das bedeutet, dass wir Ballverluste vermeiden sollten. Das Thema Defensive geht - vor allen Dingen bei Borussia Dortmund, wenn Du den Ball viel haben möchtest - immer einher mit Thema Offensive. Das bedeutet: Wir müssen in unserem Spiel klarer im Spiel mit dem Ball werden, verantwortungsvoller mit dem Ball umgehen und Ballverluste besser absichern. Das ist das große Thema, das wir haben. Es gibt eine klare Regel: Spiele gewinnst Du über die Offensive, aber die Titel holst Du vor allen Dingen dann natürlich auch über eine sehr stabile und verlässliche Defensive. Und das betrifft nicht nur unsere Kette und unsere defensiven Mittelfeldspieler, sondern das betrifft unsere ganze Mannschaft."


 
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